Über das Hara - Hinweise und Zitate

Der kluge Bauch, unser zweites Gehirn

Das ist die wohl beste Sendung um unsere Vorstellungen über uns selbst und unseren Bauch auf den Kopf zu stellen. Wer ist der Chef in uns, ist die zentrale Schaltstelle das Gehirn, so wie wir bisher vermutet haben, oder bestimmt der Darm und das "Bauchhirn" auch das Gehirn? Die Frage ist auch, wer war in unserer Entwicklungsgeschichte zuerst da? Das Bauchhirn sagen französische Forscher. Diese spannende Dokumentation wurde gleich mehrfach auf Arte gezeigt. Auch kann man sie auf DVD günstig kaufen. Sie enthält so viele spannende Informationen, dass es sich lohnt sie mehrfach anzuschauen.

"Unser Magen-Darm-Trakt ist mit einem eigenen Nervensystem ausgestattet, in dem sich Milliarden verbundener Neuronen um Zehntausende Bakterien kümmern, die wiederum Einfluss auf unsere Stimmung, unsere Persönlichkeit und unseren Gesundheitszustand nehmen. Was wissen wir genau über dieses Organ?

Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, dass Magen und Darm des Menschen rund 200 Millionen Nervenzellen enthalten. Nur allmählich gelingt es, den ständigen Dialog zwischen den beiden Steuerzentralen Bauch und Kopf zu entziffern.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse eröffnen ungeahnte therapeutische Möglichkeiten. Denn vermutlich werden bei bestimmten neurologischen Erkrankungen, wie beispielsweise der Parkinson-Krankheit, zunächst die Neuronen im Magen-Darm-Trakt angegriffen. Noch erstaunlicher: Im Bauchhirn lebt eine Hunderte Milliarden von Bakterien zählende Kolonie, deren Aktivität sich auf Persönlichkeit und Entscheidungen des Menschen auswirkt und die dafür verantwortlich ist, ob jemand beispielsweise zurückhaltend oder verwegen reagiert.

Nach der Entdeckung dieses zweiten Nervensystems setzt sich unter den Forschern allmählich die Überzeugung durch, dass das Gehirn im Kopf nicht der einzige Kapitän an Bord ist." Text von der Arte Website

 

Interessant ist auch der Beitrag von Quarks&Caspers: Unser Bauch - Alles was ihr wissen wollt!

Ostasien

SpiegelwolkenAlte fernöstliche Kulturen betrachten unseren Bauch seit jeher als unser Zentrum. Die Japaner nennen es Hara.
Von daher auch der Ausdruck »Harakiri« (was Selbstmord bedeutet): Wer das Hara tötet, zerstört das Zentrum.

Das Hara wird im Japanischen als »Quelle des Lebens« bezeichnet. Dazu gehört die gesamte Bauchregion, vom Solar Plexus bis zum Beckenboden. In Japan wird diese Gegend auch als »Onaka« bezeichnet, die geehrte Mitte.
Sie teilen das Hara in »I« (Magen) und »Kikai« (unter dem Nabel). Etwa 5 cm unterhalb des Bauchnabels liegt das »Dan Tien«. Dies ist unsere absolute Mitte, der Schwerpunkt unseres Körpers und unseres gesamten Wesens.

Mit »Hara« wird in Ostasien eine Form des Bewusstseins beschrieben und kann daher keinesfalls nur mit Bauch übersetzt werden. Das Hara ist eine innere Haltung, die ganz natürlich aus dem eigenen Wesenskern heraus wächst.
Im Hara zu sein bedeutet, transparent zum eigenen Ich zu sein, so wie man von der Natur her geschaffen ist – und ist nicht mit der europäischen Idee des »Ichs«, der über Jahre gebildeten Persönlichkeit, zu übersetzen.
»Hara meint weder etwas ‹Körperliches› noch etwas ‹Seelisches›, sondern die Verfassung des Menschen, die in der Einheit des Ursprungs ‹zentriert› ist.“ (Dürckheim, »Hara«)

„Da ist ein Gehirn in unserem Bauch. Auch wenn es sich wie ein Sakrileg anhört: Dieses ‹zweite Gehirn›, so haben Neurowissenschaftler herausgefunden,ist quasi ein Abbild des Kopfhirns – Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt gleich.

Das Bauchhirn ist eine riesige Chemiefabrik, die mindestens 40 Nervenbotenstoffe produziert und exakt reguliert. Diese Moleküle sind wie Worte in der komplizierten Sprache der Nervenzellen. Und sie sprechen zu uns. (...) 90 Prozent der Verbindungen laufen von unten nach oben und beeinflussen unsere täglichen Entscheidungen und steuern unser Wohlbefinden.

Tatsächlich spricht unser Unbewusstes zu uns und fällt intuitiv viele unserer täglichen Entscheidungen. (...) Dies geschieht unter anderem auf der Grundlage emotionaler Erfahrungen. Diese werden quasi im Körper niedergeschrieben und vor allem in Bauchreaktionen chiffriert und gespeichert.
Immer wenn der Darm kontrahiert, wenn er Serotonin oder andere Nervenbotenstoffe ausstößt, oder wenn er Immunzellen zur Arbeit bewegt, werden alle Daten über den Vagusnerv nach oben geleitet. Im Gehirn wird das übersetzt in Unwohlsein oder Heiterkeit, Müdigkeit oder Vitalität, in schlechte oder gute Laune.“

Quelle: "Neurologie: Wie der Bauch den Kopf bestimmt" (GEO 11/00)

Im Nan Jing einem klassischen Text der Chinesischen Medizin wird die energetische Bedeutung des Haras für die natürliche Funktion des Körpers wie folgt beschrieben:

Chinamassage

"The yellow emperor asked „The pulse can be normal, yet sometimes people die why is this?
Qi Bo answered “Each of the twelve meridians has a relationship to the source of the vital energies (the living qi). The source of the vital energies is the root origin of the twelve meridians, it is the moving qi between the kidneys.
This means that the source of the vital energies is fundamental to the five yin and six yang organs, the root of the twelve meridians, the gate of breathing. It is in the source (origin) of the triple warmer. Another name for it is the Shen which protects against evil; therefore qi is the root of the person.
This is why if the root is dying (drying out), yet appear normal (The vital qi is dying on the inside bit is still there on the outside (NJ 8 (1):11).

Im Buch Hara Diagnosis wird diese Stelle aus „The yellow emperor“ dann noch einmal weiter ausgeführt: „The source oft he body´s qi or energies is described as being in the area of the “moving qi between the kidneys” which is located in the abdomen.
The idea of source is not only philosophical, the relationship to the meridians is direct, the moving qui is their origin. If the source is drying-up, like the source of streams or rivers, there may be flow in the branches, but it will soon end. Thus, the abdomen is more than the physical centre (…) It is the residence of the source of the body´s energies, the energetic center from which life springs.

Understanding this, understanding the condition of the center, is central to promoting the wellbeing of a person. Even the pulse an its indications are “downstream” from the Hara. Thus diagnosing and treating the Hara is central to the practice of Oriental medicine (…)
Further the internal trajectories of each of the twelve meridians an the pathways of the eight extraordinary vessels are rooted in the hara. An analysis of the more significant points used for diagnosis of the abdomen by palpation and their relationships to distal acupoints reveals that these points are named to emphasize their central location and function.
We also find the energetic centrality of the hara when we examine the basic energetic ofc the abdomen and study the Chinese concepts of mind and spirit.“
(Text und Bilder: Matsumoto & Birch, Hara Diagnosis: Reflections on the Sea, S. 318)

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